Platz 6 beim hessischen Südwestfalenblitz

Was haben Somplar und Haiger gemeinsam? Beide liegen in Hessen und haben Schachvereine, die in Südwestfalen Schach spielen und in dieser Saison Blitzmannschaftsmeisterschaften ausrichten. In Haiger ist es die NRW-Meisterschaft, in Somplar deren Qualifikation in Form der Südwestfalenmeisterschaft.

Im Gegensatz zu Haiger ist man als Siegerländer jedoch eher selten in der Lage, Somplar auf einer Landkarte zu lokalisieren. Ein Blick in den Onlinekartendienst des geringsten Misstrauens hilft jedoch, die kleine Gemeinde an der Landesgrenze irgendwo zwischen Frankenberg und Winterberg zu lokaliseren. Bleibt die Frage, warum wir in all den Dekaden, in denen wir den südwestfälischen Schachverband bereisen noch nie von der SG Turm Somplar gehört haben. Doch auch dies klärt sich: Somplar wechselte erst letzes Jahr aus Hessen in den Schachbezirk Hochsauerland.

Die Randlage im Verband hatte für das Turnier allerdings die Folge, dass am Samstag eine E-Mail unseres Verbandsspielleiters eintrudelte, die darauf hinwies, dass doppelrundig gespielt werde. Etwas verwundert öffnete ich die angehängte Teilnehmerliste und stellte fest, dass gerade einmal 14 Mannschaften gemeldet waren, das dürfte neuer Negativrekord sein. Dies bedeutete jedoch auch 26 Runden, die zusammen mit der Reise einen langen Tag versprachen.

Etwas ersatzgeschwächt nach Absagen von Wolfgang, Alex und Raphael fing ich am Sonntag um halb elf an, unsere Mannschaft einzusammeln. Nachdem ich den durch meine ungewöhnliche Pünktlichkeit überraschten Christian sowie Rahim abgeholt hatte nutzen wir die seltene Gelgenheit, Matthias in Banfe einzusammeln. Matthias dürfte somit auch einer der wenigen gewesen sein, der sich über den Austragungsort gefreut hat.

Kurz nach zwölf trafen wir im Dorfgemeinschaftshaus Somplar ein. Die Anwesenheit von Großmeister Thorsten Haub lies darauf hindeuten, dass Plettenberg wohl Ernst machen würde und die Abwesenheit der SG Ennepe bescherte uns zwei spielfreie Runden. Schnell noch die Mannschaft melden, Rahim an 1, Christian weigert sich, ich weigere mich, also opfert sich Matthias für Brett 2, Christian 3, ich 4.

Das Spiellokal war okay, versprühte aber den vermuteten Dorfcharme: Die freiwillige Feuerwehr direkt nebenan und innen dekoriert mit den Requisten des Schützenvereins aus längst vergangenen Zeiten. Anders präsentierte sich hingegen die SG Turm Somplar: Eine junge, interessante Truppe, die durchaus frischen Wind in den Verband bringen könnte. In diesem Sinne vielleicht etwas über das Ziel hinaus geschossen erwies sich jedoch die Idee der Gastgeber die Verpflegung durch den Verkauf von Gemüsemuffins kulinarisch zu bereichern. In Kombination mit der geringen Teilnehmerzahl dürften damit wohl noch der ein oder andere Somplarer die nächsten Tage versorgt sein.

Dann ging es los: Auftaktsieg gegen Siegen, das fängt gut an, Klatsche gegen Velmede, zurück in die Realität. Die weiteren Runden laufen gut, dreimal 4-0, dazu noch den Titelverteidiger geschlagen: Nach der Hinrunde sind wir plötzlich Fünfter und „Best of the Rest“. Zu diesem Zeitpunkt war klar: Plettenberg, Iserlohn, Weidenau/Geisweid und Velmede/Bestwig würden die Qualiplätze unter sich ausmachen.

In der Rückrunde läuft es dann öfter unrund: Nur noch Unentschieden gegen Siegen und den MSHS, gegen Meschede setzt es sogar eine Niederlage. Vielleicht sollten wir das Monatsblitz demnächst mit vier Durchgängen durchführen, um die Blitzausdauer zu verbessern.

Am Ende reicht es nach sechs Stunden doch noch für einen erfreulichen sechsten Platz, nur die Siegener mussten wir vorbei lassen. Vorne in der Tabelle ereilt Weidenau/Geisweid ein ähnliches Schicksal. Die Qualiplätze gehen an Plettenberg und Iserlohn, im Stichkampf macht dann GM Haub alles klar für Plettenberg.

Für uns bleibt ein insgesamt doch erfolgreiches Turnier, viele Eindrücke vom hessischen Hinterland und ein positiver Eindruck vom Gastgeber. Pünktlich zum Anstoß Holland-Deutschland sitze ich wieder daheim. Ich sehe ein Fußballspiel mit einer guten ersten Halbzeit, einer zittrigen zweiten und einem glücklichen Ende, das aber noch Luft nach oben lässt. Irgendwie kommt mir das bekannt vor.

Abschlusstabelle
Tabelle SWFMB 2019

Einzelspieler
Tabelle SWFMB 2019

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